Kindgerechtes Videospielen – was, wo, wie?

game-boyVideospiele sind für uns Eltern oft ein schwieriges Thema. Meist gehen wir davon aus, die Spiele könnten nichts zur Entwicklung unseres Sprößlings beitragen und würden ihn nur stundenlang an die Mattscheibe fesseln. Doch wenn wir auf einige Sachen achten, können Videospiele gleichzeitig spaßig, kindgerecht und fördernd sein. Ich habe dazu für euch mal einige Tipps und Hinweise zusammengetragen.

Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) legt fest, ab welchem Alter ein Spiel geeignet ist. Die Altersgruppen-Kennzeichnungen sind: USK 0, USK 6, USK 12, USK 16 und USK 18. Dementsprechend können Kinder nur Spiele kaufen, deren USK-Kriterien sie erfüllen. Dennoch spielen viele Kinder Spiele, die sie theoretisch noch nicht spielen sollten. In diesem Fall liegt es bei euch, ob ihr eure Kinder solche Spiele spielen lasst oder nicht.

Die verschiedenen Plattformen – wo finde ich kindgerechte Videospiele?

  • Konsole: Konsolenspiele könnt ihr auf zwei Arten finden. Die gängigste Variante ist es, Videospiele im Technik-Fachhandel zu kaufen. Ihr könnt euch die Spiele aber auch direkt auf die Konsolen herunterladen. Auf der Verpackung erkennt ihr das USK-Siegel, und auch im Online-Store wird euch die USK angegeben.
  • Computer: Auch Computerspiele sind sowohl im Fachhandel als auch online verfügbar. Doch Vorsicht: Viele moderne Spiele stellen hohe Anforderungen an den Rechner. Aktuelle Grafikkarten und ausreichend Arbeitsspeicher sind also Grundvoraussetzung. Wesentlich leichter zugänglich sind Browserspiele, die direkt im Internet-Browser aufgerufen werden und meistens kostenlos sind. Auf Browsergames.de könnt ihr zum Beispiel neben verschiedenen Spielekategorien auch die Spiele-USK einsehen.
  • Smartphone/Tablett: Smartphone-Spiele findet ihr im App-Store eures Smartphones. Diese sind überwiegend kindgerecht, weswegen ihr hier etwas weniger auf die Altersbeschränkungen achten müsst. Doch auch hier führte beispielsweise Google Alterskennzeichen für Apps ein. Bei Spiele-Apps solltet ihr besonders auf die Mikrotransaktionen achten. Sogenannte Freemium-Games sind oft kostenlos spielbar. Dennoch können Kosten aufkommen, sofern die Kinder bestimmte Gegenstände und Erweiterungen im Spiel freischalten wollen, die nur gegen Geld erhältlich sind. Sprecht also im Vorfeld unbedingt mit eurem Sprößling, bzw. sorgt dafür, dass er keine Ingame-Käufe tätigen kann. Sonst könnte daraus ganz schnell eine „Makrotransaktion“ werden, die euch teuer zu stehen kommt.

Leistungsfördernd: Positive Beispiele

festivalSchon lange sagt die Forschung, dass Videospiele die kognitiven Fähigkeiten steigern können. Ich habe diesbezüglich eine interessante Studie des Max-Planck-Instituts gefunden, die diese Theorie hinsichtlich des Videospiels „Super Mario 64“ belegt. Zudem gibt es zahlreiche Quizspiele, in denen euer Kind online gegen weitere Spieler spielen und so sein Wissen unter Beweis stellen und erweitern kann. Durch den wettbewerbsorientierten Charme, indem für richtige Antworten Punkte verteilt werden, lernt das Kind spielerisch viele neue Sachen.

Des Weiteren gibt es eine Menge Strategie-, Simulations- und Denkspiele, bei denen euer Nachwuchs spielerisch lernt vorauszudenken, mit schwierigen Situationen umzugehen, mit anderen Personen zu kooperieren und sich Dinge besser zu merken.

Sollte euch das alles dennoch nicht zusagen, dann sind übliche Lege- und Gesellschaftsspiele eine sinnvolle Option. Auch das klassische Puzzle gibt es in vielen virtuellen Variationen, und auch Monopoly oder andere Brettspiele sind für die heimischen Geräte erhältlich.

Unsere Meinung

Videospiele für Kinder - was, wann, wo?Wir sind in Hinsicht auf USK und FSK in sofern genau, dass wir uns selbst erst einmal von der „Tauglichkeit“ für unseren Sohn überzeugen. So halten wir es übrigens auch bei Filmen. Haben wir bei Kinofilmen Zweifel daran, geht entweder einer von uns mit oder wir warten, bis der Film auf Blu-Ray erscheint und lassen ihn dann schauen. Bei Videospielen ist es oft viel einfacher, da auf Youtube meist sehr schnell Spiele-Rezensionen mit Spielsequenzen zu sehen sind.

Ihr kennt euer Kind am besten und wisst, wie es auf spannende, vielleicht auch auf gewalttätige oder gruselige Inhalte reagieret. Nur, weil ein Kind 13 Jahre ist, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass es alle Filme oder Spiele die ab 12 freigegeben sind auch verarbeiten kann. Andersherum gilt selbstverständlich das gleiche. Es wird auch Kinder geben, die mit 11 Jahren den ein oder anderen Film oder ein Spiel ab 12 Jahren schauen oder spielen können. Genau das liegt eben in eurem Ermessen, da ihr euer Kind schließlich am besten kennt und einschätzen könnt, was es verstehen oder verarbeiten kann. Denn bei der USK verhält es sich wie bei der FSK – es ist eine freiwillige Kontrolle und keinesfalls eine Garantie dafür, dass die Spiele wirklich genau ab diesem Alter für jedes Kind geeignet sind.

Infos

Kindgerechtes Videospielen – was, wo, wie?

Tipps zum Thema kindgerechtes Videospielen

  • USK beachten
  • Konsolenspiele
  • Browserspiele
  • Smartphone/Tabletts Apps
  • Videospiele mit Lernfaktor, wie Strategie-, Simulations- und Denkspiele
  • Gesellschaftsspiele
  • Vorsicht bei versteckten Kosten – Ingame-Käufe bei Freemium-Games

Ihr kennt eure Kinder am besten und solltet einfach im Blick behalten was sie spielen

Bildquelle in Reihenfolge:

Titelfoto und drittes Foto
© Fotograf RainerSturm / PIXELIO

  1 comment for “Kindgerechtes Videospielen – was, wo, wie?

  1. 3. Juli 2017 at 11:02

    Meine Tochter wird jetzt 9 und spielt schon seit ihrer Kindergartenzeit am PC. Übrigens auch IM Kindergarten!
    Da haben sie die Kinder in kleinen Gruppen in der Vorschulzeit herangeführt. Es gibt wirklich sehr gute Lernspiele für Vorschulkinder! Z. B. auch von „Löwenzahn“ wobei man auch als Erwachsener noch staunt, was man nicht weiß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.