Verweile doch…wie aus Fotos Erinnerungen werden

sisters-931151_960_720-2Zu Großmutters und Großvaters Zeiten war die Erinnerung an Urlaube oder Festtage noch ein kostbares Gut. Kein Wunder, denn damals galt ja auch noch jeder Schnappschuss als tatsächliche Ressource. Filme wurden in 24er und 36 Rollen verkauft und schlechte Belichtungen wurden erst nach drei Tagen im Labor offenbart. Und dementsprechend wurden die Bilder auch gewürdigt, denn jedes gelungene Bild war eine gekonnte Rückschau in die schönste Zeit des Jahres – sorgsam wurden sie in Alben geheftet und vor dem fotochemischen Verfallsprozess bewahrt, der die Vergangenheit unweigerlich in rote Patina tauchen würde.
Dass dies im Zeitalter digitaler Fotografie nicht mehr so ist, hat seine Vor- und Nachteile. Doch auch wenn jedes Smartphone tausende Fotos speichern kann, lohnt es sich immer noch, die schönsten Erinnerungen als „Foto“ festzuhalten. So ist es doch nicht dasselbe, wenn ich mit Familie oder Freunden zusammen sitze und mein Handy die Runde macht, damit sich jeder einmal das kleine digitale Bild darauf ansehen kann. Ist es da viel schöner, diese in die Hand nehmen zu können?


children-1217246_960_720-2Digitale Fotografie und die immer besser werdenden Kameras in Smartphones haben Fotos zu einem Gut des Überflusses gemacht. Jede Situation kann binnen Sekunden in gestochen scharfen Farben und mit autokorrigiertem Kontrast festgehalten werden und virtuell sofort mit Millionen von Menschen geteilt werden. Doch hat die Beschleunigung dieses Prozesses das Fotografieren wirklich besser gemacht? Wie oft gehen wir wirklich zurück und nutzen die Fotos, die sich auf SD-Karten ansammeln, als Fenster in die Vergangenheit?
Dabei ist der Weg dorthin so einfach wie nie zuvor. Eine bewusste und selektive Aufbereitung der eigenen Fotos in Form eines Albums oder eines thematischen Fotobuchs, kann uns über die Jahrzehnte hinweg ein haptischer Begleiter sein und funktioniert unabhängig von jeglicher Technik.
Bereits das Auswählen der Fotos für ein Fotobuch ist ein aktiver Prozess und eine bewusste Eingrenzung. So wird dem wahllosen Fotografieren erneut jene Grenze gesetzt, welche es einst zur Kunstform machte. Und natürlich ist es immer einfacher und schöner, 50 gut ausgewählte Fotos zu betrachten, als sich durch hunderte verwackelter Schnappschüsse zu quälen.

boy-746527_1920-2Doch was hält die Erinnerung in Fotobüchern und -alben wirklich fest?
Dort lassen Fotos sich in kleinen Geschichten anordnen, Bilder können noch verdichtet und für die Zeit bewahrt werden. Beliebt ist auch das sogenannte „Scrapbooking“. Und was könnte schöner sein, als auch in Jahrzehnten noch das Lächeln der Kinder vor dem Swimmingpool zu sehen oder die großen, leuchtenden Augen vor den knisternden Weihnachtsgeschenken? Im Fotobuch können Erinnerungen nicht einfach nur wahllos gespeichert, sondern wirklich bewahrt werden. So steht jedes Buch für seine eigene Geschichte und für einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben. Jedes Album wird zu einem Kapitel in einer größeren Geschichte, die auch über Jahrzehnte hinweg den Wandel der Zeit beschreibt. Wie groß die Kinder werden – der Stolz mit der Schultüte in Händen, wie schnell die Zahnspange dann doch verschwand, das Abschlusszeugnis und das erste Auto. All das sind bleibende Erinnerungen an eine flüchtige Zeit, wenn sie richtig aufbewahrt werden.
Und auch technisch ist es leichter als je zuvor. Was noch vor Jahren zu einem Akt des Klebens und Maßnehmens geworden wäre, funktioniert inzwischen mit wenigen Klicks. So wird jedes Fotobuch zu einem individuellen Kunstwerk, das perfekt den Spirit des jeweiligen Events, des Urlaubs oder des Jahreszeitraums abdeckt. Und die Kunstdrucke sind auch dem fotochemischen Verfall nicht mehr ausgesetzt, sondern erstrahlen auch nach Jahrzehnten noch genauso leuchtend wie am ersten Tag. Bewusst erinnern, statt wahllos sammeln

Das gerahmte Foto, das Album, das Fotobuch – diese klassischen Wege Erinnerungen greifbar zu machen, dienen auch im Zeitalter der Digitalisierung als Fels in der Zeit. Sorgsam ausgewählte Ausschnitte lassen die Jahre auf wenigen Seiten vergehen und halten die Erinnerungen an die Kindheit und das Älterwerden aufrecht. Mit der richtigen Auswahl lohnt es sich immer wieder einmal zurück zu blicken…

Bilder erzählen eine Geschichte aus Erinnerungen

Unsere Meinung

Ich persönlich liebe Fotobücher und habe schon vor etlichen Jahren damit angefangen, als es noch gar nicht so bekannt war. Heute hat zumindest so gut wie jeder davon gehört. Schon das Aussuchen/Durchsuchen der Fotos nach den „richtigen“ Momentaufnahmen ist einfach total schön. Ebenso das Erstellen des Fotobuches an sich. Welches Thema hat mein Fotobuch? Welches Format so es haben, welche Farbe? Was für ein Einband  soll es sein? Wie soll ich die Bilder anordnen? Und, und, und…

Aber wie schon erwähnt, ist es eigentlich ganz einfach, weil man bei den heutigen Programmen quasi an die Hand genommen wird. Alles wird der Reihe nach angezeigt, so dass man Schritt für Schritt dem Ziel näher kommt. Außerdem gibt es immer wieder die Möglichkeit, während der Erstellung ausgesuchtes rückgängig zu machen und anderes auszuwählen. Bis man sich am Ende das fertige Ergebnis online anschauen kann, bevor man es verbindlich bestellt.

Wir haben Fotobücher von besonderen Ereignissen, wie Geburtstage oder die Einschulung. Ich weiß nicht wie viel tausende Fotos wir digital gespeichert haben und möchte sie nicht zählen müssen 😉 Es ist aber jedes Mal wieder schön, wenn sich einer von uns so ein Fotobuch schnappt und ruck-zuck sitzen plötzlich alle auf der Couch und wollen mit gucken. Dann kommt man ins Schwärmen und die Zeit wird sofort wieder lebendig…

 

 

  2 comments for “Verweile doch…wie aus Fotos Erinnerungen werden

  1. 8. September 2016 at 16:01

    Die Fotos sind traumhaft.. richtig gut gemacht. Ich finde Fotos vor allem so wertvoll, wenn viele Jahre vergangen sind. Erstmal schaut man sie sich nicht unbedingt an. Aber nach 10 oder 20 Jahren oder noch viel später… Was schöneres gibt es nicht.

  2. Kerstin
    7. November 2016 at 21:22

    Wunderschön geschrieben, tolle Fotos, insgesamt schließe ich mich 100%an. Fotos sind viel zu schade, um auf Festplatten zu vergammeln..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.