Ziele, Details und Inhalte der Vorschulpädagogik – und was ihr zur Unterstützung tun könnt

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Die Kreativität der Kinder wird entsprechend ihrer Fähigkeiten gefördert

Die Sommerferien sind hier in NRW schon gestartet und nahen in den anderen Bundesländern auch schon in Riesenschritten. Ebenso steht bei etlichen Kids noch ein anderes Ereignis an – sie werden endlich Vorschulkinder. Und damit rückt für viele von ihnen auch der Schuleintritt näher und näher. Dem letzten Jahr im Kindergarten oder der Vorschule kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Doch wie viele von euch wissen eigentlich genau welche Veränderungen dies mit sich bringt? Welche Aufgaben und Ziele verfolgt die Vorschulpädagogik eigentlich?

Was will die Vorschule?

Grundsätzlich will eine Vorschule die Kinder, wie es der Name schon sagt, auf den Schulbeginn vorbereiten. Dafür müssen die kleinen Abc-Schützen viele Fähigkeiten entwickeln sowie einige Kenntnisse mitbringen. Auch die sportliche Betätigung ist für eine früh beginnende, gute körperliche Entwicklung wichtig, wie wir es mal in einem anderen Artikel erläutert haben. Die ausgebildeten Pädagogen in den deutschen Kindergärten nehmen diese Aufgabe ernst und haben einen guten Hintergrund, sodass ihr zunächst einmal nicht besorgt sein müsst, dass hier etwas falsch läuft. Dennoch solltet ihr immer genau darauf achten, was euer Kind vom Kindergarten erzählt.

Dabei ist es für die Kinder wichtig, dass sie dort abgeholt werden, wo sie stehen. In früheren Jahrhunderten wurden Kinder in Matrosenanzüge gesteckt und wie Erwachsene behandelt. Dies sollte heute nirgendwo mehr der Fall sein. Nein, die Pädagogen versuchen nach neusten Erkenntnissen den typischen kindlichen Spieldrang, aber auch die vielfach vorhandene Lust etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren, aufzunehmen. Doch dabei nehmen sie auch auf die individuellen Eigenschaften eurer Kinder Rücksicht.

Am Ende soll euer Kind selbstständiger handeln können, sich jedoch gleichzeitig im Miteinander mit anderen Menschen gut zurechtfinden können. Es ist wichtig, dass euer Sprössling kein Einzelgänger wird, sondern sich zugehörig zu einer Gruppe fühlen kann. Und nicht nur die Entwicklung des einzelnen Kindes wird in den Blick genommen. Die Pädagogen schaffen Gruppen die zueinander finden und in denen sie typische Prozesse, wie das Kennenlernen oder Konfliktsituationen erleben.

Ziele und Rahmenbedingungen

In den meisten Kindergärten beträgt die Vorschulzeit ein Jahr. Dies ist jedoch nicht so streng geregelt, wie es beispielsweise danach bei einem Schuljahr der Fall ist. Außerdem gibt es reformorientierte und alternative Kindergärten, wie etwa Waldorf, Montessori oder Freinet, die ihre Aufgabe etwas anders lösen.

Grundsätzlich ist der Sozialisationsstand eurer Sprösslinge entscheidend. Wie können sie mit Fremden umgehen, wie verhalten sie sich in neuen Situationen? Eure Kinder sollten ein gewisses Selbstvertrauen entwickelt haben und nicht von Schulangst geprägt sein. Eine weitere sehr wichtige Eigenschaft, die zukünftige i-Dötzchen benötigen, ist das sprachliche Ausdrucks- und Denkvermögen.

Um verschiedene, notwendige Fähigkeiten eines Kindes festzustellen, findet zum Ende der Kindergartenzeit eine Einschulungsuntersuchung statt. Hier werden bei den kleinen Grundschülern in spe

  • motorische,
  • körperliche und
  • geistige

Fähigkeiten noch einmal getestet, bevor die Kindergartenkinder neugierig ihren Schulanfang bestreiten dürfen.

Wie sieht die Vorschule konkret aus?

Natürlich sieht jede Vorschulpädagogik etwas anders aus. Ein Beispiel ist die übersichtliche Seite der Kita Kunterbunt aus Isernhagen in Niedersachsen. Es geht jedoch immer um ähnliche Inhalte. Zunächst ist ganz offensichtlich, dass die Kinder beispielsweise lernen müssen, feste Abläufe und Regeln zu erlernen und auch einzuhalten.

Kinder lernen gemeinsam schreiben in Vorschule mit der Erzieherin

In der Vorschule lernen die Kinder gemeinsam mit der Erzieherin schreiben

Ganz konkrete Leistungen, wie das ruhige Sitzen an einem Tisch, das Melden, um zu reden oder das Einhalten von Zeitvorgaben werden eingeübt. Eure zukünftigen kleinen Grundschüler sollen auch den Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit kennenlernen. Gemeinsame Gesprächs- oder Lesekreise, aber auch gemeinsames Essen fördern die erwähnte Gruppenentwicklung und somit das dazugehörige (Sozial-)Verhalten.

Dabei versuchen die Verantwortlichen auf die Lebenswelt der Kinder mit Freunden und Familie, die Facetten unserer Welt sowie gewisse jahreszeitliche Ereignisse wie Weihnachten, Ostern oder Geburtstage, Bezug zu nehmen. Bestimmte Bereiche, wie das Weltall oder der Straßenverkehr, die von Interesse sind, werden mit den Kindern besprochen.

Die Kinder begegnen der Literatur oder werden sich Klängen bewusst. Sie machen Musik und treiben Sport, zum Beispiel indem sie Fußball spielen oder sich selbst Instrumente bauen und diese einzusetzen lernen. Sehr wichtig ist auch die Förderung der Kreativität. Mit vielen verschiedenen Materialien lernen die Kinder zu basteln, zu gestalten und sich auszudrücken. Eure Vorschüler sortieren und ordnen Dinge einander zu, um etwa ihr mathematisches Denken zu fördern. Über Details der Vorschulerziehung könnt ihr euch aber sicher auch gut persönlich bei eurem lokalen Kindergarten informieren. Es steht allen Eltern ein Gespräch mit einer Erzieherin oder einem Erzieher pro Kindergartenjahr zu, um den aktuellen Entwicklungsstand ihres Kindes zu besprechen.

Können wir als Eltern Ängste abbauen?

Grundsätzlich solltet ihr immer mit den Kindergärtnerinnen und Erziehern Rücksprache halten, wenn ihr im letzten Jahr des Kindergartens problematische Tendenzen bei euren Sprösslingen bemerkt. Dies kann sich auf vielerlei Arten äußern, wobei ihr euer Kind am besten kennt und Auffälligkeiten bemerkt. Sollte die Ursache von der Unsicherheit oder Angst vor der Schule herrühren, so gibt es mehrere Möglichkeiten, eurem Kind diese zu nehmen. Ihr solltet allerdings als erstes das Gespräch mit den Kindergärtnerinnen suchen, um euch diesbezüglich auszutauschen.

Natürlich wird im Vorfeld des Schulbesuchs einiges stattfinden. Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise, die Schule am „Tag der offenen Tür“ zu besuchen. Oft wird das schon vom Kindergarten aus organisiert. Damit auch ihr mit eurem Kind über die Schule sprechen könnt, finden in vielen Kindergärten Informationsabende statt. Zu denen kommen etwa die Schulleiter der angrenzenden Grundschulen, um Ihre Einrichtung vorzustellen und über ihre Unterrichtsziele und Tagesabläufe, wie den Unterricht oder die Ganztagsbetreuung zu berichten.

Ein weiterer Schritt um auch praktisch in Richtung Schule zu arbeiten ist der, mit eurem Kind gemeinsam schöne Schulsachen auszusuchen. Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei die Büchertasche. Diese könnt ihr gemeinsam mit euren zukünftigen Abc-Schützen, inzwischen ganz entspannt bei spezialisierten Online-Shops wie schulranzen.net, aus einem großen Sortiment auswählen. Wenn euer Kind diese Sachen mag, ist schon einiges gewonnen. Des Weiteren ist es vielleicht möglich herauszufinden, ob Freunde aus der Nachbarschaft in die gleiche Klasse kommen. Bei uns konnten wir Namen von Kindern angeben, mit denen das eigene Kind gerne in eine Klasse wollte. Eine Garantie gab es zwar nicht, aber es hat fast immer geklappt. Auch den Schulweg könnt ihr schon gemeinsam mit euren Kids ablaufen, damit sie sich gleich am ersten Schultag sicher fühlen und mit dem Straßenverkehr zurechtkommen.

Das Wichtigste für euch als Eltern ist jedoch eurem Kind zu zeigen, dass ihr es in dieser neuen und wichtigen Phase seines Lebens nicht alleine lasst. Redet mit ihm über die bevorstehende Veränderung, z.B. vor dem Einschlafen und erzählt von euren eigenen Erfahrungen mit der Schule. Diese Geborgenheit gibt eurem Kind zusätzlich zur Vorschulerziehung viel Selbstvertrauen.

Halten die Ängste jedoch nach der Einschulung weiter an, solltet ihr unbedingt die Lehrkräfte kontaktieren und dies auch ernst nehmen. Denn selbst unter Grundschülern kann es schon Mobbing oder ähnliche Erscheinungen geben. Ist die Angst vor der Schule trotz allem zu groß, gäbe es noch die Möglichkeit mit den Kindergarten-Erziehern zusammen zu überlegen, eure Tochter oder euren Sohn, noch ein Jahr vom Schulbesuch zurückstellen zu lassen (was weder eine Schwäche, noch eine Schande ist, auch wenn manche Leute so denken mögen). Denn – das allerwichtigste ist das Wohlergehen eures Kindes!

Wir wünschen allen Vorschulkindern und natürlich auch euch Eltern, viel Spaß im letzten Kindergartenjahr!

 

Infos

Ziele, Details und Inhalte der Vorschulpädagogik – und was ihr zur Unterstützung tun könnt

Die Vorschule sollte

– auf den Schulbeginn vorbereiten

– die individuellen Eigenschaften eurer Kinder berücksichtigen

– das Interesse und die Lust am Lernen fördern

– soziale Kompetenzen stärken

– motorische, körperliche und geistige Fähigkeiten fördern, ebenso

– die Kreativität

 

Ihr könnt euer Kind unterstützen, in dem ihr

– immer ein offenes Ohr habt

– wirklich zuhört und es ernst nehmt und somit

– Geborgenheit vermittelt

– einen kurzen Draht zu den Erzieherinnen und Erziehern haltet

– es durch durch Erzählungen vorbereitet

– den Tag der offenen Tür besucht

– gemeinsam den Schulranzen kauft

– den Schulweg einübt

– darum bitten, dass euer Kind mit Freunden oder Nachbarskindern in eine Klasse kommt

 

Bilder Quelle:

fotolia (c) Petro Feteka

fotolia (c) Robert Kneschke

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