(Nicht nur) Für Eltern – „Frau Müller muss weg!“ Kinostart am 15.01.2015

Der neue Film von Sönke Wortmann

Der neue Film von Sönke Wortmann

Viele von uns kennen ihn – den Elternabend. Und wir kennen unsere eigenen Kinder am besten. Komisch nur, dass einem dann am Elternsprechtag oft ein Kind beschrieben wird, welches wir zuhause noch nie gesehen haben…So kommt es vielen Eltern wenigstens vor. Und genau dieses Thema behandelt der Film „Frau Müller muss weg!„, der heute in unseren Kinos anläuft.

Frau Müller muss weg!

Der Film basiert auf einem Theaterstück von Lutz Hübner, das Sönke Wortmann 2012 im Grips-Theater inszeniert hat. Dort spielt das ganze Stück  in nur einem Klassenzimmer. Doch Wortmann hier die Gelegenheit genutzt und ist anders als im Theater, auch auf andere Räume innerhalb der Schule ausgewichen. So hatte er die Gelegenheit seine Protagonisten getrennt von einander agieren zu lassen, um individueller auf diese eingehen zu können.

Kurzinhalt: Ausnahmsweise sind sich darin alle Einig: „Frau Müller muss weg!“ Eine absolut überforderte Klassenlehrerin (Gabriela Maria Schmeide), die weder die Kinder unter Kontrolle hat, noch in der Lage ist ihnen den nötigen Unterrichtsstoff fachgerecht zu vermitteln, um den lieben Kleinen den Übergang zum Gymnasium zu ermöglichen (oder kann mein Kind doch nur zur Regelschule?). Davon sind zumindest ein paar überfürsorgliche Eltern (Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Alwara Höfels und Mina Tander) überzeugt, welche sich zusammen getan haben, um Frau Müller nahezulegen ihre Klasse abzugeben. Doch diese reagiert wider Erwarten ganz anders – sie hält den Eltern einen Spiegel vor und teilt ihnen recht deutlich mit, was sie von den lieben Kleinen hält.  Als sie anschließend das Klassenzimmer wutentbrannt verlässt ahnt sie nicht, welche Lawine sie damit losgetreten hat…

Spoiler!

Ausgerechnet jetzt lässt die Lehrerin ihre Tasche auf dem Pult zurück. Da ist guter Rat teuer. Traut man sich in das wichtige Büchlein mit den Noten hinein zuschauen? Entsetzt stellen die Eltern fest, dass die Noten besser sind als gedacht und die Kinderchen ihre Sicht der Dinge wohl doch etwas anders erzählt haben, als sie sich zugetragen haben.

Nun heißt es zurückrudern. Doch wie? Schaffen es die Eltern Frau Müller doch noch zum Bleiben zu überzeugen?

Unsere Meinung

„Frau Müller muss weg!“ veranschaulicht auf komödiantische, aber auch bitterböse Weise ein ernstes Thema, welches uns (Eltern) seit einigen Jahren immer stärker beschäftigt – den Leistungsdruck!

Wahr ist leider, dass der Leistungsdruck von Jahr zu Jahr zunimmt und unsere Kinder immer mehr zu Höchstleistungen angetrieben werden sollen.  Immer früher soll die Spreu vom Weizen getrennt werden, damit sich die „Elite“ herauskristallisiert und gefördert werden kann. Wer nicht mitkommt, bleibt halt auf der Strecke. Dadurch geraten auch wir als Eltern unter Druck, der auf ganz unterschiedliche Arten umgesetzt wird.

Denn, wie wir damit umgehen ist genau so unterschiedlich wie unsere Kinder. Manche Eltern versuchen an ihrem Kind selbst versäumtes nachzuholen, andere wollen verbissen den persönlichen Erfolg auf ihr Kind übertragen und die nächsten lassen es einen stetigen Wettkampf mit Ellenbogentechnik austragen. Auf der einen Seite überschütten sie ihre Kinder mit Fürsorge, auf der anderen üben sie dimensen Druck auf sie aus. Solche Eltern kennen wir alle von eigenen Elternabenden 😉 Wodurch schon die heftigsten Debatten entbrannt sind.

Manchmal fragt man sich eben doch, ob der Lehrer wohl das gleiche Kind meint, das bei einem zuhause wohnt…Und wer würde nicht gerne Mal Mäuschen spielen, wie sich das eigene Kind in der Schule so macht. Aus diesem Grund fand ich es grandios, dass die Lehrerin zum Gegenangriff ausholt, um somit den Eltern den Spiegel vorzuhalten. Wie war das noch? „Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum“ oder „Die eigenen Kinder kommen selten nach fremden Leuten“, so ist zumindest meine Erfahrung. Dass viele dies nicht wahr haben wollen, zeigt der Film „Frau Müller muss weg!“ auf Recht anschauliche Art und Weise, gerade wenn es um einzelne Schiksale geht.

Ein richtig toller Film, der Eltern unserer Generation reflektiert. Sönke Wortmann versteht es, mit nur wenigen Darstellern, einen gesellschaftlichen Querschnitt aufzuzeigen. Wo sonst trifft man auf derart unterschiedliche Sozialstrukturen, als in Kindergärten und Grundschulen.

„Frau Müller muss weg!“ behandelt dieses und andere relevante Themen aus dem Schulalltag, mit einem ganz wunderbaren Humor, aber auch sehr tiefgründig und bewegend sowie mit anteiligem Wiedererkennungswert. „Frau Müller muss weg!“ – Eine perfekt abgestimmte Komödie mit Tiefgang und bittersüße Abrechnung mit dem Bildungssystem in Deutschland“.

Infos

Frau Müller muss weg!

Kinostart: 15. Januar 2015

Regie: Sönke Wortmann

Darsteller: Gabriela Maria Schmeide, Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Alwara Höfels , Mina Tander

Eine Produktion der Little Shark Entertainment und Constantin Film Produktion in Co-Produktion mit SevenPictures Film und wurde gefördert mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW, der FFA, dem DFFF und des FFF

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