Warnungen vor Weichmachern in Kinderprodukten

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Kinder lieben Wassespaß

Für uns Eltern gibt es im Sommer wohl nichts Schöneres, als mit den Kleinen im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu spielen. Sei es nun im Sandkasten, auf der Wiese oder vielleicht sogar im heimischen Pool. Vor allem, wenn die Kleinen einen eigenen Pool für sich haben und dort herum planschen können, wie es Ihnen gefällt, macht es besonderen Spaß zu zu gucken. Und gerade bei dem heißen Wetter möchte man den kleinen die nasse Abwechslung gönnen. Bisher dachte ich immer, dass sei eine sichere Angelegenheit – bis ich die Juli-Ausgabe von Öko-Test gelesen habe. Bereits seit Jahren gibt es viele Hinweise auf Schadstoffe in Spielzeug und ich versuche immer über die neusten Erkenntnisse auf dem Laufenden zu sein. So hat die Verbraucherschutzinstitution aus Frankfurt zum Beispiel in fast allen untersuchten Planschbecken hohe Schadstoffmengen gefunden. Also heißt es auch hier leider wieder: mehr Acht geben…

Gefährliche Weichmacher in Mini-Pools und Co.

Bereits 2002 fielen bei einem vergleichbaren Test etliche Planschbecken durch ihre Schadstoffbelastung auf. Geändert hat sich seitdem nicht viel, denn auch 2014 fielen 14 von 16 Spaßbecken durch. Kein Wunder also, dass das Urteil für die Hersteller so hart ausfällt. So heißt es Ende Juni: „Anbieter von Planschbecken aus weichem Kunststoff sind offensichtlich unfähig, schadstofffreie Kinderprodukte zu verkaufen.“ (Quelle) Die erhöhten Werte, insbesondere die der besorgniserregenden Weichmacher, prangern die Tester schon seit Jahren an. Es ist noch gar nicht so lange her, da fand man auch in Plastikflaschen und Kinderspielzeug die schädlichen Weichmacher. Spontan fallen mir da z.B. die bunten Kunststoff-Schnüre ein, aus denen sich vor ein paar Jahren unsere Kinder, vor allem natürlich die Mädchen, schöne Armbänder und Freundschaftsbänder flechten konnten. Auch meine Tochter gehörte dazu. Es war ein richtiger Hype und sogar Bücher gab es dazu. Zum Glück wurden auch dazu recht schnell die Stimmen wegen der vorhandenen schädlichen Weichmacher laut. Ein Grund mehr, sich nach Alternativen umzusehen und nicht immer nur das bunte Plastik zu nehmen. Ich denke, dass es nicht schadet, wenn man hochwertigere Spielsachen, zum Beispiel aus Holz für die Kleinen kauft.

Holzspielzeug ist mehr als eine Alternative

Weiches Plastikspielzeug wird heute immerhin regelmäßig geprüft und steht unter scharfer Beobachtung. Solange hier aber die Hersteller nicht reagieren und die Bestandteile vieler Plastikspielzeuge unklar bleiben, rate ich zu Alternativen. Das wäre in diesem Fall Holzspielzeug oder Produkte aus nachhaltigen und natürlichen Rohstoffen. Das Spielzeug besteht aus angenehm natürlichen Werkstoffen und ist zudem noch robust und langlebig. Bei hochwertigem Holzspielzeug fängt der Wert auf Nachhaltigkeit schon bei der Produktion an, die nur aus reguliertem Anbau stammt. Wir tun unseren Kindern (und der Umwelt) also nicht nur heute einen Gefallen sondern auch für später. Solange staatliche Kontrollen auf diesem Gebiet weiterhin nur sporadisch vorgenommen werden, ist gerade bei unseren Kleinsten das Holzspielzeug eine gute Alternative. Hochwertiges Holzspielzeug gibt es z. B. bei baby-walz.de oder auch in ausgewählten Bioläden. Hier sollte man weniger Angst haben, wenn die Kleinen es mal  in den Mund nehmen. Diesen Trend sollte man unterstützen. Ich denke wirklich, dass wir nur so ein Umdenken bei Industrie und Herstellern erreichen.

Qualität ist keine Frage des Preises

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Holzspielzeug – eine Alternative (c) HABA

Wie bereits im Video erklärt wird, sollte man beim Preis die Qualität beachten. Natürlich kann man Plastikspielzeug kaufen, das geprüft und für ungefährlich eingestuft wurde. Überraschend ist es dann aber doch, dass nicht immer alles was teuer, gleichbedeutend mit gut ist. Zum Beispiel ergab der  Öko-Test, dass das teuerste Plantschbecken für stattliche 110 Euro die Note ungenügend erhielt! Die Weichmacher DINP und DIDP waren in diesem Plantschbecken stark erhöht vorhanden. Die Langzeitwirkung der Weichmacher und Lösungsmittel ist noch nicht abschließend untersucht, allerdings haben sie allesamt eine hormonelle Wirkung und dürfen deshalb nur in Kleinstmengen bei Baby- und Kinderartikeln vorhanden sein.

Weitere Alternativen

Ein einziges Produkt im Öko-Test wurde mit der Note „Sehr Gut“ ausgezeichnet. Die Sand- und Wassermuschel „Beach Bee“ von KHW. Dabei handelt es sich um einen kleinen Hartplastikpool (der auch wunderbar auf einem Balkon Platz findet) zum Preis von ca. 25 Euro. Hartplastik scheint vielleicht nicht so angenehm zum Spielen zu sein, aber zumindest enthält es nicht diese Schadstoffe/Weichmacher und ist somit ungefährlich für unsere Kinder. Gleiches trifft hier natürlich auch auf Holzspielzeug zu.

Unsere Meinung

Als Eltern möchte man immer nur das beste für sein Kind, so viel steht wohl fest. Dass dies aber nicht gelingt ebenfalls – und dass geht zum Glück allen Eltern so. Es gibt aber Situationen, bei denen wir im Vorfeld dementsprechend handeln können. Wie beispielsweise bei den giftigen Weichmachern, ob in aufblasbaren Plantschbecken, Trinkflaschen, Gummi-Clogs, diversen Spielmatten oder anderen Kinderprodukten. Wenn man sich der Unbedenklichkeit nicht sicher ist, lieber zur Alternative greifen!

Denn beim Spielen sollen unsere Kinder Spaß haben, sei es nun mit einer Eisenbahn aus Holz oder in der kleinen mit Wasser gefüllten Muschel aus Hartplastik. Zudem wird beides wahrscheinlich nicht so schnell kaputt gehen und wir brauchen keine Angst haben, wenn unser Kind davon etwas in den Mund nimmt. Denn gerade in diesem Alter sollten unsere Kinder unbedenklich spielen können und wir uns später gern an diese Zeit erinnern.

Infos

Vorsicht bei Weichmachern in Kinderprodukten

Ökotest testet Plantschbecken

Weichmacher DINP und DIDP

ZDF berichtet vom Test des TÜVs Rheinland

Bildrechte: Flickr Planschbecken hydro-xy CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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