Die beste Bande der Welt – ein Kinderbuch über das „Anders Sein“

Wie ich in meiner letzten Rezension angekündigt habe, werde ich euch von nun an regelmäßig mit Buch-Tipps versorgen. Ich habe mich bei „Blogg dein Buch“ angemeldet, von wo ich ab jetzt einen Großteil der Bücher die ich vorstelle beziehen werde. Hier möchte ich euch ein wirklich ganz wunderbares Kinderbuch, einer für mich noch neuen Autorin vorstellen. Es ist das Buch „Die beste Bande der Welt„, von Saskia Hula, erschienen im Residenz Verlag und handelt vom „Anders Sein“. Geschrieben in einer für Kinder leicht verständlichen Sprache, mit nicht zu viel Text und bezaubernden Bildern. Den richtigen Ausdruck bekommt die Geschichte durch die zauberhaften Illustrationen von Ina Hattenhauer. Saskia Hula ist es gelungen ein eigentlich ernstes Thema, mit ein wenig Humor zu behandeln und Ina Hattenhauer hat das ganze mit liebevoll dargestellten Szenen sehr anschaulich dargestellt.

Ausgezeichnet mit dem „Luchs des Monats Mai“ von der ZEIT und Radio Bremen 

„Erstlesebuch des Monats“ Borromäusverein 

Die Autorin

Saskia Hula wurde  1966 in Wien geboren und  lebt auch heute noch dort im 4. Bezirk, mit ihrer Tochter Kai sowie ihrem Sohn Konstantin, ganz in der Nähe vom Naschmarkt. Nachdem Saskia Hula Lehrerin wurde und vielerlei Dinge ausprobierte (Kinder aufziehen, Geld verdienen, Haus ausbauen, Garten anlegen, junge Katzen retten, umziehen, noch ein Lehramt machen, ausmisten, Garten umgestalten, Kinder unterrichten, …), entschloss sie sich nicht mehr länger zu warten, sondern endlich mit dem Schreiben anzufangen. Genau diesen Anfang machten bei ihr die Kinderbücher, worauf sie sehr stolz ist. Inzwischen ergreift Saskia Hula auch andere Genres und fühlt sich damit ebenfalls sehr wohl. In jedem Falle aber ist sie gespannt auf die Dinge, die noch kommen werden. Auf der Homepage von Saskia Hula könnt ihr noch mehr über sie und ihre Bücher erfahren.

Die beste Bande der Welt

In der Geschichte geht es um Oskar einem kleinen Jungen mit einem großen Problem. Oskar passt einfach in keine Bande hinein. Obwohl auf dem Hof um ihn herum lauter tolle Banden sind, darf er doch keiner beitreten. Entweder ist der zu klein für die Bande der Großen oder zu groß für die Bande der Kleinen. Er kann nicht zur Bande mit den zottigen Haaren gehören, genauso wenig zu der mit den gelben Regenmänteln. Für die nächste Bande ist Oskar nicht gefährlich genug oder halt einfach kein Mädchen. Es ist einfach wie verhext. Doch da hat Oskar die zündende Idee. Er gründet schlicht weg die kleinste Bande der Welt! Mit nur einem Mitglied – ihm selbst. Und dann wird alles gaaanz  geheim…

Wer nicht wissen möchte, wie es weiter geht, der hört bitte an dieser Stelle auf zu lesen!

Allein eine eigene geheime Bande zu haben, birgt ja auch einen Vorteil, denn Oskar ist somit ihr Anführer. Er fängt damit an, sich als erstes einen Geheimplatz zu suchen. Als er sich nach einiger Zeit für den alten Baum entscheidet, weil alle anderen Plätze schon belegt sind, heißt es Material beschaffen, um dort im Baum seinen Geheimplatz in Form eines Baumhauses zu bauen. Einige der anderen Kinder sehen neugierig dabei zu, tun aber so, als würden sie ihn gar nicht beachten. Plötzlich steht Jojo, ein Mitglied der gelben Regenmäntel-Bande vor Oskar und fragt ganz neugierig, was er da macht. Das ist geheim….nichts besonderes, antwortet Oskar. Doch Jojo lässt nicht locker und fragt weiter. So lange, bis Oskar nachgibt und ihm schließlich doch die Geheimparole (SARAMIDURAFIDELES) verrät und ihn in seiner geheimen Bande aufnimmt. Und plötzlich wollen nach und nach, auch die anderen Kinder in die geheime Bande von Oskar aufgenommen werden (Jojo hatte zuvor heimlich die Geheimparole weitergesagt, was bei diesem sehr speziellen Wort aber nicht so ganz geklappt hat). Und da Oskar nicht nachtragend ist, klettern alle nacheinander hinauf ins geheime Baumhaus. Da kommt Jojo als Letzter und bleibt neben Oskar stehen. Beide schauen hinauf in den Baum. Zehn Beine, die unterschiedlicher nicht sein könnten, hängen aus dem Baum. Mit offenem Mund steht Jojo da und sagt: „Wow! Echt coole Bande“. Ein Blick in den Baum zeigt es dann – eine echt coole Bande, in der es alles gibt. Große, Kleine, Zottelige und Gefährliche, Regenmäntel und Mädchen – und natürlich Oskar 😉

Unsere Meinung

Wie ich eingangs schon erwähnt habe, geht es in Saskia Hulas Kinderbuch „Die beste Bande der Welt“ um das „Anders Sein“. Als mein Sohn (9) und ich es auspackten, war er von dem Titel und dem Cover sofort Feuer und Flamme, denn ich wusste, dass „Banden“ zur Zeit eine große Rolle bei ihm in der Schule spielen. Ganz abgesehen davon, dass unsere Kinder sich alle sehr unterschiedlich entwickeln, wird erschreckender Weise selbst im 3. Schuljahr schon erstes Mobbing betrieben. Ausgrenzungen, sei es die Nationalität, die Kleidung, das Hobby, das Geschlecht oder einfach nur das andere Aussehen, gehören zur Tagesordnung.

Mein Sohn hat mir das Buch vorgelesen. Er war ganz begeistert bei der Sache und hat vor und nach dem Lesen jeder Seite, sehr aufmerksam die Bilder betrachtet. Oft hatte er Kleinigkeiten sofort erfasst, die mir noch nicht aufgefallen waren. Uns beiden gefielen die Illustrationen von Ina Hattenhauer unheimlich gut, da sie farbenfroh, niedlich und weich gezeichnet sind und sowohl Kinder, als auch Erwachsene ansprechen.

Es hat mir sehr, sehr gut gefallen, wie Saskia Hula dieses so sensible Thema aufbereitet hat. Sie hat es auf humorvolle Weise getan, bei der ich mir manches mal gedacht habe, dass dieses Buch auch für so einige Erwachsene eine gute Lektüre wäre. Die Sätze sind leicht zu verstehen und deshalb toll zum selbst Lesen für Kinder, aber „Die beste Bande der Welt“ ist auch schon für Vorschulkinder zum Vorlesen geeignet. Ein „running Gag“ ist die Geheimparole. Jojo hatte den anderen Kindern diese schon zugetragen, was bei diesem Zungenbrecher wohl nicht ganz einfach war. Dadurch kam jedes Kind mit einer anderen Buhstabenfolge daher, was bei uns zu großen Lachern beim Lesen führte.

Kinder möchten, dass eine Geschichte gut ausgeht und ich halte das für normal. So ist es auch in diesem Buch. Es vermittelt den Kindern, dass „Anders Sein“ normal ist und man bei Schwierigkeiten nicht gleich den Kopf in den Sand stecken sollte. Sie hat das Problem von Oskar ernst genommen, stellvertretend für alle Kinder und es amüsant verpackt, ohne dabei die Kinder oder die Situation lächerlich wirken zu lassen. Denn Kinder möchten schon ernst genommen werden, wenn sie Sorgen haben. Und sie hat einen Lösungsweg an die Hand gegeben, der nachvollziehbar ist. Es ist pädagogisch wertvoll und vermittelt den Kindern auf einfache Art ein schwieriges Thema. Die Botschaft kommt an.

Fazit

Für mich ist Saskia Hulas „Die beste Bande der Welt“ ein richtig gut gelungenes Kinderbuch zu einem sehr wichtigen Thema, dem „Anders Sein“ und „Ausgrenzen“. Die Geschichte ist kindgerecht geschrieben und mit herzerfrischenden Illustrationen von Ina Hattenhauer mehr als nur bebildert, denn auch diese sprechen zu den Kindern. Einfach wundervoll und absolut empfehlenswert, mit 5 / 5 Sternen!

An dieser Stelle möchte ich mich für das Buch

bei Blogg dein Buch und dem Residenz Verlag bedanken.

Infos

Die beste Bande der Welt

Erschienen im Residenz Verlag

Autorin: Saskia Hula

Illustrationen: Ina Hattenhauer

40 Seiten

ISBN: 9783701721078

Zur Verfügung gestellt und rezensiert für Blogg dein Buch und den Residenz Verlag

Ab 5 Jahren

www.bloggdeinbuch.de

www.residenzverlag.at

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