Route der Industriekultur im Ruhrgebiet – Ausflüge für die ganze Familie

Altes Schiffshebewerk Henrichenburg

Überaus zahlreich sind sie, die Spuren und Denkmäler der Industriegeschichte im Ruhrgebiet. Entdecken könnt ihr sie auf der Route der Industriekultur. Ihren Anfang nahm die Industrialisierung an den Hängen der Ruhr. Dort trieben Bauern und Kleinunternehmer Stollen in die Erde, um Kohle zu gewinnen. Den Abtransport übernahmen Ruhr-Schiffer. Mülheim entwickelte sich zur Stadt, über den Rhein gelangte die Kohle bis nach Holland und Süddeutschland. Zwischen 1750 und 1850 war die Ruhr ein belebter Handelsweg und gab der entstehenden industrialisierten Region ihren Namen. Ab 1758 entstanden die ersten kleineren Hüttenwerke. Mit dem Einsatz der Dampfmaschine ab 1832 konnte der Kohlebergbau nordwärts wandern. Die dort  tiefer liegende Kohle war bislang unzugänglich, da wasserreiche Mergelschichten die Gruben ertrinken ließen. Erst mit Dampfmaschinen getriebene Pumpensysteme lösten das Problem. Seit 1844 stand mit der Eisenbahn ein Transportmittel zur Verfügung, das die gewaltigen Mengen Kohle und Erz als Massengut bewegen konnte. Insbesondere konnte jetzt das Erz aus dem Bergischen Land zur Kohle gebracht werden. Das man das Erz zur Kohle brachte,  hatte wirtschaftliche Gründe: Um eine Tonne Erz zu verhütten, brauchte man mehrere Tonnen Kohle. Es war ganz einfach preiswerter, das Erz zur Kohle zu bringen, als die Kohle zum Erz. Dazu entstanden die großen Hütten vor den Toren Dortmunds, Essens und Bochums und begannen mit der Produktion von Eisen und Stahl.  Die Industriegeschichte des Ruhrgebiets umfasst einen Zeitraum von ungefähr 150 Jahren.

Altes Schiffshebewerk Henrichenburg

Das während dieser Epoche entstandene industriekulturelle Erbe der Region Ruhrgebiet lässt uns das regionale Tourismusprojekt Route der Industriekulturerleben. Die Route verbindet 52 herausragende Zeitzeugen der Industriegeschichte. Das Rückgrat der Route bilden 26 sogenannte Ankerpunkte. Von ihnen aus könnt ihr Themenrouten folgen, z.B. zur Eisenbahn- oder Schifffahrtsgeschichte.

Ankerpunkte

Viele dieser Ankerpunkte werdet ihr in unserem Kiddynaut Guide für „Freizeit- und Ausflugsziele für Eltern und Kids“ finden. Wir erweitern stetig und werden auch die restlichen Ankerpunkte mit unserem Guide verbinden, so dass ihr die Möglichkeit habt genauere Informationen darüber zu bekommen.

Ankerpunkte sind die Orte, Bauwerke, Panoramen oder Attraktionen, welche durch die Route der Industriekultur verbunden werden.  Zur Zeit umfasst die Route 26 Ankerpunkte von A wie „Altes Schiffshebewerk Henrichenburg“ bis Z wie „Zollverein„.

Panoramen

Technik im alten Schiffshebewerk Henrichenburg

Die Panoramen bieten jeweils einen herausragenden Blick über das Ruhrgebiet oder auf ein Industriedenkmal. Panoramapunkte sind zum Beispiel einige der Zechen-Halden oder auch der Dortmunder Fernsehturm.

  • Halde Rheinelbe
  • Tippelsberg
  • Landschaftspark Hoheward
  • Halde Schwerin
  • Halde Großes Holz
  • Kissinger Höhe
  • Fernsehturm Florian
  • Hohensyburg
  • Berger Denkmal
  • Halde Rheinpreußen
  • Halde Padberg
  • Alsumer Berg
  • Halde Haniel
  • Tetraeder
  • Halde Rungenberg
  • Schurenbachhalde

Siedlungen

"Im" alten Schiffshebewerk Henrichenburg

Die ersten Klein-Zechen lagen zerstreut zwischen Bauernhöfen auf dem Land. Bis ins Jahr 1850 existierten dörfliche Landwirtschaft und kleine Industriebetriebe nebeneinander. Mit dem Entstehen von Großbetrieben während der Nordwanderung des Kohlebergbaus sollten sich die Siedlungsmuster ändern, denn zwischen 1860 und 1900 folgte die Bebauung allein der betriebswirtschaftlichen Logik der einzelnen Betriebe. Weder der Staat noch die Kommunen waren Herren des Siedlungs-Prozesses, der zu der für das Ruhrgebiet typischen Gemengelage führte. Erst ab 1890 übernahmen die Kommunen den Ausbau einer Infrastruktur. Die Licht-, Gas- und Wasserversorgung wurde geplant, das Verkehrsnetz mittels Straßen und Straßenbahnen ausgebaut.

  • Flöz Dickebank
  • Dahlhauser Heide
  • Teutoburgia
  • Alte Kolonie Eving
  • Ziethenstrasse
  • Lange Riege
  • Altenhof II
  • Magarethenhöhe
  • Siedlung Rheinpreußen
  • Alt-Siedlung Friedrich-Heinrich
  • Eisenheim
  • Gartenstadt Welheim
  • Siedlung Schüngelberg

Themenrouten

Themenrouten betrachten die Industriekultur unter besonderen Aspekten. Die Themenroute „Frühe Industrialisierung“ betrachtet Relikte des frühen Bergbaus, Manufakturen sowie Schienen- und Wasserwege aus der Frühzeit der Industrialisierung. Andere Themenrouten betrachten die Schifffahrt oder Bahnen im Revier. Insgesamt sind 25 Themenrouten eingerichtet.

  • 01 Duisburg Stadt und Hafen
  • 02 Kulturlandschaft Zollverein
  • 03 Industriekultur am Rhein
  • 04 Industrie macht Stadt
  • 05 Krupp und die Stadt Essen
  • 06 Dreiklang Kohle Stahl Bier
  • 07 Industriekultur an der Lippe
  • 08 Erzbahn-Emscherbruch
  • 09 Industriekultur an Volme und Ennepe
  • 10 Sole Dampf und Kohle
  • 11 Frühe Industrialisierung
  • 12 Geschichte und Gegenwart der Ruhr
  • 13 Auf dem Weg zur blauen Emscher
  • 14 Kanäle und Schifffahrt
  • 15 Bahnen im Revier
  • 16 Westfälische Bergbauroute
  • 17 Rheinische Bergbauroute
  • 18 Chemie, Glas und Energie
  • 19 Arbeitersiedlungen
  • 20 Unternehmervillen
  • 21 Brot Korn und Bier
  • 22 Mythos Ruhrgebiet
  • 23 Historische Parks und Gärten
  • 24 Industrienatur
  • 25 Panoramen und Landmarken

Routen per Rad

Auf über 700 Kilometer führen als Hauptwege der „Route der Industriekultur per Rad“ der Emscher Park Radweg und der Rundkurs Ruhrgebiet durch die industrielle Kulturlandschaft zwischen Duisburg und Hamm. Große Teile des Wegenetzes verlaufen dabei auf ehemaligen Bahntrassen, attraktiven Ufer- und Waldwegen oder verkehrsarmen Straßen. Ihr könnt auf diese Weise das Herz des ehemaligen Reviers auf dem 230 Kilometer langen Emscher Park Radweg und dem ca, 120 Kilometer langem Emscher-Weg erleben, welcher häufig Strecken und Trassen nutzt, die nicht für den motorisierten Verkehr freigeben sind. Da sind zum einen die imponierenden Zeitzeugen der Industriekultur und zum anderen die vielen miteinander vernetzten grünen Freiräume des Emscher Landschaftsparks. Oder ihr seht euch auf dem 350 Kilometer langen Rundkurs Ruhrgebiet die historisch und geographisch sehr unterschiedlichen Gegenden von Rhein, Lippe, Ruhr und Börde an. Durch ausgeschilderte Verbindungen, den so genannten R-Wegen, werden diese beiden Fernradwege ergänzt. Es gibt besonders viel von der schönen Gegend zu entdecken, wenn ihr diese Touren mit dem Rad macht.

  • Fahrradsommer 2011
  • Wegweisung
  • Baustellen und Umleitungen
  • RevierRad
  • Bett & Bike
  • Downloads für Radler
  • GPS Touren
  • metropolradruhr
  • Pauschalangebote

Route für Menschen mit Behinderung

Interessant ist für behinderte Menschen sicherlich die Informationsseite mit Hinweisen und Links zu den einzelnen Standorten. Eine Übersichtstabelle gibt euch dabei neben wichtigen Basisinformationen zur barrierefreien Ausstattung der Ankerpunkte auch weitere, allgemeine Hinweise. Diese genauen Informationen können für den jeweiligen Standort abgerufen werden.

Regionalverband Ruhr Webshop

Für noch mehr Informationen vor, während und nach eurer Reise auf der „Route der Industriekultur“, bietet euch das Besucherzentrum der Route Industriekultur auf der Zeche Zollverein, eine große Zahl von Publikationen. Ihr könnt dort sämtliche Karten und Bücher aus dem Angebot des Regionalverbandes Ruhr und können zudem kostenloses Informationsmaterial und Broschüren anfordern.

Die RuhrTour

Der Regionalverband Ruhr veranstaltet seit über 30 Jahren im Rahmen seiner Informations- und Öffentlichkeitsarbeit Tagestouren durch die faszinierende Region. Darunter sind beispielsweise 10 verschiedene Erlebnistouren für Gruppen, 15 sogenannte Extratouren für Paare oder Einzelpersonen, 5 Studientouren sowie wechselnde Sonderveranstaltungen – RuhrTouren mal anders.

Unsere Meinung

Wir sind der Überzeugung, dass dies ein toller Freizeit-Tipp ist, an dem alle aus eurer Familie ihren Spaß haben können. Ob ihr ganze Touren mit dem Rad machen möchtet, als Tagesausflug ein bestimmtes Ziel festlegt oder einzelne Stationen der unterschiedlichen Angebote zu mehreren Familien-Ausflügen in den Ferien zusammenstellt, es gibt so viele Möglichkeiten. Die einzelnen Attraktionen der Route der Industriekultur sind jede für sich lohnenswerte Ausflugsziele, für jedes Wetter und jedes Alter. Eine Schifffahrt im Duisburger Hafen kombiniert mit einer Hafenrundfahrt, ein Besuch im Deutschen Bergbaumuseum oder des Eisenbahnmuseums Bochum-Dahlhausen sind Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst. Nach und nach werden wir die einzelnen Orte in unserem Freizeit und Ausflugsziele-Guide vorstellen.

Infos

Route der Industriekultur

Freizeit- und Ausflugsziele für Eltern und Kids

Karte der Route der Industriekultur

Bücher, Karten ect. z.B. auch bei Amazon

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